Beisetzung

Der Gang zum Grab

Bei den meisten Beisetzungen ist der gemeinsame Gang zum Grab ein wichtiger und besonderer Teil der Zeremonie. Es ist der letzte Weg, den die engsten Hinterbliebenen mit dem Verstorbenen gehen. Und sie müssen ihn nicht alleine gehen, denn alle Teilnehmer der Beisetzung gehen ihn mit ihnen. So kann man den Gang zum Grab einerseits als symbolisches Abschiedsgeleit für den Verstorbenen sehen und andererseits als Geste der Solidarität und Verbundenheit der Trauergemeinde mit den Trauernden.

Das andachtsvoll zurückgelegte Geleit zum Grab kann den Teilnehmern zudem deutlich werden lassen, dass der verstorbene Mensch einen Weg vorausgegangen ist, der allen Lebenden noch bevorsteht. Und es kann die Kostbarkeit des eigenen Lebens in seiner Endlichkeit für einen Augenblick bewusst werden lassen.

Es ist wichtig, dass der Gang zum Grab im Ablauf einem vorher abgesprochenen Muster folgt, damit unter den Teilnehmern der Beisetzung möglichst wenig Verunsicherung und Unruhe entsteht. So bewegt sich ein feierlicher Zug meist schweigend und betend auf die Grabstelle zu.

Eine besondere Aufgabe ist das Tragen des Sarges oder der Urne. In ländlichen Gegenden Deutschlands ist es teilweise heute noch üblich, dass Familienmitglieder, Freunde, Vereinskollegen oder Nachbarn den Sarg oder die Urne zum Grab tragen und damit ihre Verbundenheit mit dem Verstorbenen und seiner Familie in besonderer Weise zum Ausdruck bringen.

In Städten stellen meist die Friedhofsverwaltungen oder Bestattungsinstitute die Träger. Aber immer wieder wünschen sich Hinterbliebene, dass Menschen mit einem persönlichen Bezug zum Verstorbenen diese Aufgabe übernehmen und organisieren Sarg- bzw. Urnenträger in Absprache mit dem Bestatter selbst.

Die Grablegung

Für die Angehörigen ist der Moment, in dem der Sarg bzw. die Urne abgesenkt wird, sehr emotional. Durch das offene Grab mit dem abgesenkten Sarg bzw. der abgesenkten Urne wird die Endgültigkeit des Todes noch einmal stark verdeutlicht. Es ist unbestritten, dass die Grablegung sehr schmerzlich und für viele Menschen kaum auszuhalten ist. Dennoch ist dieser Anblick wichtig und hilfreich auf dem Weg durch die Trauer. Man hat wirklich gesehen, dass der geliebte Mensch auch in dem für ihn ausgewählten Grab zur letzten Ruhe gebettet wird.

Ein besonders im Umbruch befindlicher Bereich ist die Kondolenz am Grab: die einen fühlen sich durch einen kurzen Gruß und Händedruck gestärkt, andere wünschen ausdrücklich "von Beileidsbekundungen am Grab Abstand zu nehmen". Die Entscheidung über die Kondolenz am Grab muss jeder für sich selbst treffen, abhängig davon, was für ihn am tröstlichsten und am Besten auszuhalten ist.

Traditionell am weitesten verbreitet sind Trauerkarten, die man bei der Beerdigung abgibt oder an die Hinterbliebenen schickt. Moderne Möglichkeiten zur Kondolenz bietet das Internet. Andere drücken später in einem persönlichen Brief ihre Anteilnahme aus und beschreiben, was Ihnen der Verstorbene bedeutet hat oder zeigen durch einen Besuch bzw. Einladung zum Kaffee, dass man auf sie und ihre Hilfe in dieser schweren Zeit bauen kann.

Grabbeigaben

Seit Jahrtausenden wurden aus religiösen oder kulturellen Aspekten, die Gräber der Toten mit Grabbeigaben versehen. Auch heute besinnen sich immer mehr Hinterbliebene auf das Ritual der Grabbeigaben. Manchmal sind es Bilder aus vergangenen Zeiten, die dem verstorbenen Menschen mit auf seine letzte Reise gegeben werden, manchmal ist es ein Brief, in dem die Hinterbliebenen ihre Gefühle zum Ausdruck gebracht haben, manchmal ist es aber auch ein ganz bestimmtes Symbol, das die Hinterbliebenen mit dem verstorbenen Menschen verbindet. Das kann ein Stein aus einer bestimmten Urlaubsregion ebenso sein wie ein Foto oder auch ein Spielzeug.


Weitere Informationen:
Leitfaden "Handeln in Zeiten der Trauer": Der Tag der Beisetzung
www.gute-trauer.de