Trauerfeier

Gemeinsam Abschied nehmen

Eine persönliche und gefühlvolle Trauerfeier ist für die Hinterbliebenen eine wertvolle Hilfe auf dem Weg durch die Trauer. Die Trauerfeier dient einerseits der Abschiednahme vom verstorbenen Menschen, andererseits würdigt und wertschätzt sie dessen Leben und die Persönlichkeit.

Die Wahl des Ortes

Allein schon die Wahl des Ortes dafür sollte gut bedacht werden. Im Prinzip ist jeder Ort möglich, der die Würde des Verstorbenen wahrt. Selten geschieht sie Zuhause, an dem bisherigen Lebensort, was prinzipiell wie die Hausaufbahrung möglich ist, meist aber aus Platzmangel ungünstig ist. Manche wählen eine Kapelle oder einen entsprechenden Raum im Dorf oder Ortsteil, wo die Urne oder ein Bild des Verstorbenen Zentrum der Aufmerksamkeit bilden. Andere suchen einen Ort, der dem Verstorbenen lieb und wertvoll war, dazu auf.

Auch die meisten Krematorien haben schöne Abschiedsräume, in denen in würdiger und individueller Weise Trauerfeiern auch im größeren Kreis stattfinden können.

Die meisten nehmen Abschied bei einem Gottesdienst in der örtlichen Kirche, bzw. vor oder nachher am betreffenden Friedhof und seiner Aussegnungshalle.

Jeder Ort sollte bzgl. der dort gegebenen Möglichkeiten und Grenzen sorgfältig abgewogen werden: genügen die Sitzplätze? Gibt es Schutz vor Regen, starker Sonne oder Kälte? Wie ist die Akustik? Soll/kann der Sarg oder die Urne dort aufgestellt werden? Lässt sich dort unsere Vorstellung vom Zeremoniell der Trauerfeier überhaupt realisieren?

Die weitere Planung

Die persönliche Vorstellung der Angehörigen bzw. der Wunsch des Verstorbenen stehen im Vordergrund der weiteren Planung. Zu dieser gehört im Weiteren die terminliche Abstimmung mit den anderen Beteiligten: Friedhofsverwaltung, Redner oder Priester, Musiker, Floristen, usw. Sollen andere Trauergäste durch Zeitung und/oder Trauerkarten informiert werden? Und wer soll überhaupt daran teilnehmen?

Gerade in solchen praktischen und organisatorischen Fragen können die Bestatter vieles abnehmen bzw. mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wenn keine konkrete Willenserklärung des Verstorbenen darüber vorliegt, gilt es sich zu überlegen, mit welchen Mitteln und Bausteinen man selbst die Trauerfeier zu einem Fest des Abschieds machen kann, das nicht nur von Traurigkeit sondern auch von Zuversicht und Trost geprägt ist.

Ausrichtung der Trauerfeier

Kirchliche Zeremonien sind dabei in ihrem Ablauf relativ klar vorgegeben: ob als Requiem oder Wortgottesdienst, die entsprechenden Abläufe sind relativ bindend festgelegt.

Aus unterschiedlichsten Gründen entscheiden sich manche Hinterbliebene gegen einen christlichen Trauergottesdienst und engagieren stattdessen einen freien Trauerredner. Dieser bereitet in Abstimmung mit den Hinterbliebenen die Trauerfeier vor und führt durch die Zeremonie. Auch frei gestaltete Trauerfeiern können christliche Grundüberzeugungen zum Ausdruck bringen, wenn die Hinterbliebenen dies wünschen. Im Unterschied zum christlichen Trauergottesdienst stellen sie jedoch die Person des Verstorbenen, seinen Lebensweg, seine liebenswerten und vielleicht auch schwierigen Eigenheiten, vor allem aber auch sein einzigartiges persönliches Vermächtnis an die Hinterbliebenen deutlich stärker in den Mittelpunkt. So vermag eine wohltuende Kombination aus Wort, Musik und Symbolik sowie Ritual auf individuelle und manchmal originelle Weise den Verstorbenen in ein berührendes Licht zu rücken und die Angehörigen zu neuem Leben zu inspirieren.

In jedem Fall ist das Vorgespräch mit dem Leiter der Trauerfeier und das Bauen auf seine Erfahrung von großer Bedeutung, damit die Trauerfeier das leisten kann, was sie sagt:

Die Trauer zu feiern!


Weitere Informationen:
Leitfaden "Handeln in Zeiten der Trauer": Der Tag der Beisetzung
www.gute-trauer.de