Trauermahl

"Man isst, man trinkt, man lebt!"

Das gemeinsame Essen oder Kaffeetrinken im Anschluss an eine Trauerfeier ist eines von vielen Trauerritualen, das sich bis heute in nahezu ganz Europa gehalten hat - aus gutem Grund, denn daran teilzunehmen drückt Anteilnahme, Wertschätzung und Unterstützung aus.

Auch wenn viele Angehörige inzwischen die zusätzlichen Kosten scheuen, sollte man den wichtigen emotionalen Aspekt dieser Tradition nicht aus den Augen verlieren. Das gemeinschaftliche Erinnern und Austauschen von Geschichten hat eine stark entlastende und tröstende Funktion und hilft oft als erster, kleiner Schritt in der Zeit der Trauerbewältigung.

Häufig nehmen Trauernde erst beim Kaffeetrinken wirklich wahr, wie viele Angehörige, Freunde und Kollegen diesen letzten, schweren Gang mit ihnen zusammen gegangen sind. Nach dem offiziellen Teil der Trauerfeier, in zwangloser Runde, können nun ein paar persönliche Worte gewechselt werden, es ergibt sich die Gelegenheit zu weiteren Besuchseinladungen, womit deutlich vermittelt wird: niemand ist heute hier mit seiner Trauer alleine.

Die Beerdigung ist nicht das Ende einer bestanden Gemeinschaft, sondern durch das Kaffeetrinken wird deutlich, dass es auch in Zukunft, wenn auch in veränderter Form, ein Zusammensein geben wird.

Wichtige Überlegungen im Vorfeld


Bewusst entscheiden

Nehmen Sie als eingeladener Gast nicht aus Pflichtgefühl an einem Trauermahl teil, sondern haben Sie den Mut, eine solche Einladung persönlich im Vorfeld abzusagen, wenn es zu belastend für Sie wäre, ob aus persönlicher Betroffenheit, familiären Streitigkeiten, oder anderer Einstellung dazu. Wer das gemeinsame Trauermahl bewusst und nicht als lästige Pflicht gestaltet, oder daran teilnimmt, der wird diesen wichtigen Abschluss der Trauerfeierlichkeiten in guter, wohltuender Erinnerung behalten und zu schätzen wissen.

Jutta Grziwotz, Bestatterin/Trauerbegleiterin, Bergkamen.


Weitere Informationen:
Leitfaden "Handeln in Zeiten der Trauer": Der Tag der Beisetzung
www.gute-trauer.de