Trauerrede

Die Trauerrede

Ein wichtiges Element einer Zeremonie oder Feier ist die Rede oder Ansprache. Eine Trauerrede ist die wohlwollende Würdigung des Lebens und der Persönlichkeit des Verstorbenen. In fast allen Abschiedszeremonien finden sich längere rednerisch gestaltete Teile.

Kirchliche Ansprachen

Die Katholische Trauerfeier erinnert an Tod und Auferstehung Jesu nicht nur durch die Eucharistie sondern auch in der Predigt. Der Pfarrer legt die Trostbotschaft der Auferstehung der Trauergemeinde aus und kann hierbei, aber auch schon am Beginn des Requiem Bezüge zum Leben des Verstorbenen herstellen. Eine ausdrückliche Würdigung oder auch Anekdoten über den Verstorbenen sind hierbei nicht vorgesehen und sollen in den Traueransprachen am Grab losgelöst vom Gottesdienst stattfinden.

Auch die evangelische Agenda zum Trauergottesdienst sieht die Verkündigung der Frohbotschaft im Vordergrund, lässt aber mehr Freiräume für persönliche Ausgestaltung.

Nichtchristliche Religionen sehen in sehr unterschiedlicher Weise Trauerreden vor.

Freie Trauerreden

So genannte freie Trauerredner spezialisieren sich auf Ansprachen, die weitaus zentraler das Leben des Verstorbenen in den Mittelpunkt rücken bzw. auf das eingehen, was die Hinterbliebenen an Wünschen einbringen. Auch hier gibt es große Unterschiede in der Gesamtkonzeption einer Abschiedszeremonie und innerhalb jener Teile, die als Ansprachen deklariert werden. Während manche eine markante Rede im Mittelpunkt platzieren, gehen andere eher den Weg, mit mehreren kleineren freien Reden einen moderierenden Faden über die verschiedenen anderen Elemente zu spannen und dieses somit zu einem Gesamtwerk zu verbinden.

Orientierungshilfe zur Gestaltung einer Trauerrede

Bisweilen gestalten die Hinterbliebenen selbst bzw. nahe Angehörige oder Freunde eine Ansprache. Die folgenden Punkte können Ihnen bei der Erstellung einer Trauerrede zur Orientierung dienen.

Dauer der Rede
Die Dauer der Trauerrede hängt davon ab, wie nah Sie dem Verstorbenen standen, sollte aber in der Regel nicht länger als 10 - 15 Minuten sein.

Die eigene Betroffenheit
Bekunden Sie zu Beginn der Rede Ihre eigene Betroffenheit über den Verlust, den der Tod des Verstorbenen für Sie bedeutet.

Die Todesursache
Gehen Sie gegebenenfalls anschließend kurz auf die Todesursache und den eventuell damit verbundenen Leidensweg ein, denn nicht immer alle Gäste einer Trauerfeier wissen um die Umstände des Todes.

Beileid an die Hinterbliebenen
Bezeugen Sie in Ihrer weiteren Ansprach Ihr Mitgefühl gegenüber den Hinterbliebenen und Ihr Wissen über die schwere Zeit, die diesen jetzt bevorstehen wird.

Erinnern an den Verstorbenen
Würdigen Sie nun den Verstorbenen und erinnern daran, was ihn ausgemacht hat. Gehen Sie z.B. auf seine Persönlichkeit und die Besonderheiten ein, die ihn so einzigartig gemacht haben oder seinen persönlichen Lebensweg. Schildern Sie eine Situation oder Begegnung, die Ihnen unvergesslich geblieben ist, oder heben Sie die Werte und Ideale hervor, die dem Verstorbenen wichtig waren und nach denen er lebte.

Blick in die Zukunft
Blicken Sie am Schluss Ihrer Rede in die Zukunft und vermitteln Sie, dass alle das Andenken an den Verstorbenen in Ehren halten sollen.

Sollten mehrere Redner sprechen, ist es ratsam, dass diese sich untereinander absprechen. Meistens nehmen diese ja ohnehin vorher Kontakt zu den Hinterbliebenen auf, so dass sie deren Wünsche genauer ermitteln können.


Weitere Informationen:
Leitfaden "Handeln in Zeiten der Trauer": Der Tag der Beisetzung
www.gute-trauer.de