Trauer um Tiere

In der heutigen Zeit gibt es zunehmend mehr Menschen, die sich ein Haustier anschaffen. Mit geschätzten 30 Millionen Haustieren liegt Deutschland im europäischen Vergleich hinter Russland und Italien damit auf Platz drei. Neben Katzen und Vögeln gehören insbesondere auch Hunde zu den beliebtesten Heimtieren. Verschiedenen Schätzungen zur folge lebten im Jahr 2014 zwischen sieben und neun Millionen Menschen in Deutschland gemeinsam mit einem Hund in einem Haushalt.

Im Zusammenleben nehmen Haustiere oft ähnliche Rollen ein wie Menschen. Sie geben Halt und Sicherheit, fördern soziale Kontakte, gelten als verlässliche Partner (z.B. Blindenhunde) und liebevolle Begleiter, die gerne als Teil der Familie angesehen werden. Nicht selten ist die Beziehung zu einem Haustier sehr eng. Stirbt ein Tier, so ist es nur logisch, dass der Verlust die Besitzer stark beeinträchtigen kann. Betroffene können dann ähnliche Reaktionsweisen zeigen wie beim Verlust eines Menschen (z.B. Fassungslosigkeit, Rückzug, Traurigkeit, Schlafprobleme).

Müssen Besitzer ihre Tiere allerdings einschläfern oder in einer Ausnahmesituation alleine lassen, dann kann sie der Verlust sogar noch stärker beeinträchtigen. Während des Hurrikans Katrina im Jahre 2005 beispielsweise waren einige Menschen bei den Rettungsaktionen gezwungen, ihre Haustiere zurückzulassen. Das führte bei einer Reihe dieser Personen zu erheblichen Schwierigkeiten in der Verlustverarbeitung wie etwa zu Posttraumatischen Belastungsstörungen.

Obwohl Tierhalter heute immer häufiger ihre Trauer offen zum Ausdruck bringen und den Verlust ritualisieren können (z.B. Tierfriedhof, Pfotenabdruck), kann es ihnen dennoch passieren, dass sie mit ihrem Schmerz auf Unverständnis stoßen. „Es war doch nur ein Tier“, heißt es dann gerne. Diese Abwertung der Beziehung und des Verlustes kann Betroffene aber noch zusätzlich belasten und ist wenig hilfreich.

Insbesondere wenn Kinder im Haushalt mit einem Tier zusammenleben, sollte nicht einfach über den Verlust hinweg gegangen werden. Es ist möglicherweise ihre erste Begegnung mit den Themen Sterben und Tod und sie können durch die erwachsenen Bezugspersonen viel aus dieser Erfahrung lernen, sei sie auch noch so schmerzlich.
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