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Was ist Trauer?

Was ist Trauer?


Jeder Mensch erfährt im Laufe seines Lebens verschiedene Arten des Verlustes, die Trauer auslösen. Stirbt ein Mensch, hinterlässt er beinahe immer Angehörige und Freunde, die sich fragen, wie sie mit dem Verlust fertig werden sollen. Es sind Aussagen wie zum Beispiel "Ein Teil von mir ist gestorben" oder "Für mich ist es, als hätte man mir ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen", die die Mitmenschen erahnen lassen, wie sehr ein solcher Verlust schmerzen kann.

Menschen zeigen als Folge auf einen subjektiv bedeutsamen Verlust meist eine ganz natürliche Reaktion: Trauer. Sie wird von vielen Betroffenen als äußerst schmerzvoll erlebt, ist aber ein natürlicher Teil unseres Lebens.

Trauer wird unterschiedlich erlebt


Trauer dient der Bewältigung von Verlusterfahrungen. Sie wird von der Art und Enge der Beziehung, die die Betroffenen mit der verstorbenen Person verbunden hat, bestimmt. Obwohl die meisten Menschen Trauer als sehr schmervoll erleben, überwindet der größte Teil der Betroffenen diese Zeit in aller Regel, unterstützt durch Angehörige und Freunde, sehr gut. Menschen unterscheiden sich darin, wie sie Trauer erleben, wie sie damit umgehen, was sie tröstet und was sie zusätzlich belastet. Manche wünschen sich in Zeiten der Trauer mehr Informationen darüber, was mit ihnen passiert oder auch konkrete Unterstützung durch Außenstehende. Andere möchten das nicht. So individuell die Trauerreaktion ist, so individuell ist auch die Art des Umgangs mit der schwierigen Lebenssituation.

Wachstum durch Trauer


Trauer als einen Anstoß zur persönlichen Weiterentwicklung zu sehen, scheint im ersten Moment etwas unpassend zu sein. Bei näherer Betrachtung gibt es aber viele Menschen, die auch von persönlichem Wachstum im Zusammenhang mit dem Verlusterlebnis sprechen. Zum Beispiel, weil sie mehr über sich gelernt haben, neue Rollen übernommen, neue Lebensziele entwickelt , Fähigkeiten für sich entdeckt oder neue Netzwerke aufgebaut haben. Dabei geht es im Hinblick auf die persönliche Weiterentwicklung nicht darum, zu bestreiten, in welch schwieriger und schmerzhafter Situation sich Betroffene befinden, noch soll eine traurige Situation beschönigt werden. Dennoch zeigt sich in der Praxis und mittlerweile auch in der Forschung, dass sich Menschen in der Auseinandersetzung mit dem Verlust, beziehungsweise im Prozess der Neuorientierung und der Suche nach einem neuen Sinn, weiterentwickeln können. Eine solch positive Sichtweise können Betroffene meist erst erleben, wenn der Trauerprozess bereits fortgeschritten ist und es ist zu betonen, dass dies auch nicht allen Menschen möglich ist.

Mehr zum Thema:
Irrtümliche Annahmen über Trauer

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