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Das Gefühl, einen Freund zu verlieren

Eine Frau aus den USA berichtet


"Der Freund meines Mannes ist letzte Woche verstorben. Er war 57 Jahre alt. So alt wie mein Mann.

Der Freund meines Mannes war ein netter Kerl. Wir mochten ihn, seine Frau und seine drei Kinder sehr gerne. Seit 10 Jahren hatte er Krebs. Manchmal verschwand er für einige Tage, auch Wochen zur Chemo oder zu einer Operation. Dann kam er wieder und alles war so wie immer. Doch plötzlich hieß es, der Krebs hätte gestreut, es gebe keine Hoffnung mehr. Innerhalb von Wochen war er tot und wir fassungslos. Immer wieder beschäftigen wir uns mit den Fragen: Warum er? Warum so früh? Warum jetzt? Es ist schwer zu verstehen, was passiert ist.

Das Thema Tod war bei uns zu Hause nie ein Tabuthema. Mein Mann und ich haben immer viel darüber gesprochen. Er hat auch schon seit langem eine Patientenverfügung. Ich kümmere mich jetzt auch darum.

Doch wie würde es sein, wenn er jetzt sterben würde. Wann dürfte ich mich nach einem neuen Mann umsehen? 'Gleich bei der Beerdigung', sagt mein Mann lachend. Doch würde ich das überhaupt wollen? Eines würde ich auf jeden Fall machen, das Haus verkaufen. Es wäre zu groß, zu kostspielig für mich alleine. Doch wo sollte ich hinziehen? Ich würde mich sehr alleine fühlen, denn alle anderen hätten ja noch ihren Partner.

Im Alter von 57 Jahren zu sterben ist wirklich zu jung. All die schönen Dinge wird man verpassen, das Rentnerdasein, die Reisen, die Enkelkinder. Mein Mann ist 57 Jahre alt, so alt wie sein Freund. Doch der ist tot. Menschen sterben, auch in jungem Alter und öfter als wir denken. Man bleibt zurück und kann sich nur fragen, wird es mir auch passieren.

Mehr dazu unter:

www.nextavenue.org/death-of-a-friend