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Schuldgefühle nach Tod durch Überdosis

Wie eine Familie mit ihrer Trauer umgeht


Nächtliche Telefonanrufe, Schreien, Beten, Bitten, Betteln, all das gehörte vor zwei Jahren noch zum Leben von Doug Biggers dazu, wie das Portal MRPnews berichtet. Doch nachdem sein Sohn an einer Überdosis starb, passierte nichts mehr dergleichen. Landon Biggers ist einer von über 70.000 Amerikanern, die 2017 an einer Überdosis starben. In einem kurzen Moment war der jahrelange Kreislauf aus Entzug, Gefängnisaufenthalten und Rückfällen vorbei.

Zurück bleibt eine Familie, die sich fragt, was sie hätte anders, besser oder früher tun können. "Ich konnte ihn nicht retten", sagt Doug weinend und wiederholt die Worte wieder und wieder. Der Kummer erfasst die ganze Familie. Brittany, seine Tochter, hat Angst, ihn auch noch zu verlieren. Doch das wird nicht passieren, versichert er ihr.

"Die Menschen betrachten Drogenmissbrauch immer nur unter moralischen Gesichtspunkten", sagt Doug. Mangelnde Disziplin, ein schwacher Charakter sind häufige Vorwürfe. "Oft wird auch gesagt, die Eltern seien schuld", ergänzt Mollie, seine Frau. Niemand ist für die Familien da, vorher nicht und jetzt auch nicht.

Doch Doug hat angefangen, sich zu informieren. Über Drogenmissbrauch, kennt nun Statistiken, Hintergründe. Seine Scham wurde zu Ärger, weil das Thema totgeschwiegen wird. Jetzt weiß er, sie sind bei Weitem nicht die einzige Familie, die über Jahre so viel Leid ertragen musste, ohne Hilfe zu erhalten. Es ergeht vielen Familien so. Das möchte er ändern. Er engagiert sich bei einer Organisation namens Grief Recovery After a Substance Passing (GRASP), möchte anderen Familien bei der Verlustbewältigung helfen. Noch muss er ein wenig warten, um seine Trauer selbst erst verarbeitet zu haben. Doch dann kann er einsteigen. "Es ist etwas, das ich tun kann", so Doug, "damit der Tod von Landon nicht umsonst war."

Den vollständigen Originalartikel finden Sie unter:

www.mprnews.org/story/2019/01/28/after-the-overdose-familys-journey-into-grief-guilt