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Wie aus einer vermeintlichen kleinen Beerdigung eines Holocaust-Überlebenden eine große Abschiedsfeier wurde


Eddie Ford war ein 85 Jahre alter Holocaust-Überlebender. Er litt an Krebs und lag in einem Krankenhaus in Toronto, Kanada. Enge Familienangehörige oder Freunde, die sich um ihn kümmerten, hatte er nicht mehr, sie waren bereits alle verstorben. Als Eddie wusste, dass er nicht mehr gesund werden würde, äußerte er den Wunsch, mit einem Rabbi zu sprechen. So lernte er Rabbi Zale Newman kennen. Sie waren sich sympathisch und sahen sich häufig. Er brachte Eddie mit seinen jüdischen Wurzeln in Verbindung und versprach ihm eine jüdische Bestattung. Am 29. Januar 2019 starb Eddie Ford und alles was dem Rabbi für die Beerdigung fehlte, waren die 10 Personen für das Sprechen des Kaddischgebets, das einen wesentlichen Bestandteil der jüdischen Bestattung darstellt.
Allison Klein, die Autorin dieses Originalartikels in der Washington Post, erfuhr von Newman, wie er es geschafft hatte, diese 10 Personen zu rekrutieren.

Der Rabbi nutzte die sozialen Medien. Auf Facebook fragte er die jüdische Gemeinde in Toronto, wer bereit wäre am nächsten Tag um 12 Uhr der Beerdigung eines Holocaust Helden beizuwohnen, damit dieser seine verdiente jüdische Bestattung erhalten könne. Er bat die Menschen noch, sich warm anzuziehen, denn es war bitterkalt.

Als Newman am nächsten Tag auf dem Friedhof ankam, wunderte er sich über die vielen Menschen. Ihm hatten nur 4 Personen ihr Kommen angekündigt. Auf seine Frage, zu welcher Beerdigung die Menschen gingen, antworteten diese ihm: "Zur Beerdigung von Mr. Ford." Die Nachricht über Facebook hatte 200 Personen veranlasst, ihre Pläne für den nächsten Tag umzuwerfen, um an Eddie Fords Seite zu sein. "Ich bin kein weinerlicher Kerl", sagte Newman, "aber nach der Beerdigung bin ich gleich nach Hause gefahren und habe eine Stunde lang geweint, so sehr hat mich diese menschliche Geste berührt." "Kein Mensch sollte alleine sterben oder alleine sein, wenn er alt ist“, meint der Rabbi. Nach dieser Erfahrung ist er überzeugt, dass es so viel Gutes gibt, das Menschen bewirken können. Und oft braucht es nicht viel, um sich menschlich zu zeigen.

Den Originalartikel finden Sie unter:

https://www.washingtonpost.com/lifestyle/2019/02/08/this-holocaust-survivor-was-be-buried-almost-alone-then-strangers-showed-up-his-funeral/?noredirect=on&utm_term=.150ddd7593d6