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Die Trauer der Väter nach einer Fehlgeburt

Studie erschienen


Madeline Vann stellt in einem Artikel eine Studie vor, die an der William & Mary School of Education in Williamsburg, USA, durchgeführt wurde. In der Studie ging es um die Trauer der Väter nach einer Fehlgeburt. "Dieses Thema findet in der Fachliteratur kaum Beachtung", sagt Nathaniel Wagner, einer der Wissenschaftler, der die Studie durchgeführt hat, "und wenn, dann geht es primär darum, wie die Frauen diesen Verlust verarbeiten." Das Leiden der Väter wird kaum gesehen. Diese Lücke wollte Wagner zusammen mit seinen Kollegen schließen.

Sie führten mit elf Männern, die eine Fehlgeburt erlebt haben, Interviews. Dabei konnten sechs Faktoren identifiziert werden, die die Trauer der Väter beeinflussten. So machte es beispielsweise einen Unterschied, ob die Fehlgeburt zuhause oder in der Klinik erlebt wurde oder ob die Männer bereits erste Lebenzeichen des Kindes miterlebt hatten oder nicht. Die Väter berichteten weiterhin, dass sie Rückmeldungen von Gleichbetroffenen als hilfreich empfanden, ebenso wie die Unterstützung von der Familie oder Freunden. Als positiv wurde auch erlebt, wenn der Arbeitgeber logistische Hilfestellung leistete, indem er zum Beispiel Abgabefristen verlängerte. Gleichzeitig berichteten viele Väter von dem Druck, stark sein und für die Frau da sein zu müssen. Ihrem Leiden wurde von Freunden und der Familie häufig weniger Beachtung geschenkt als dem der Frau.

Noch weiß man sehr wenig über die Trauer der Väter nach einer Fehlgeburt. Doch die Wissenschaftler hoffen, dass sie mit dieser Studie Experten in Forschung und Praxis auf das Thema aufmerksam machen konnten. Die Ergebnisse der Studie wurden 2018 in The Family Journal, Vol. 26, Nr. 2 veröffentlicht.

Den Originalartikel finden Sie unter:

www.wm.edu/news/stories/2019/examining-fathers-grief-after-miscarriage