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29.04.2019

Sich neu Verlieben nach dem Verlust des Partners

Im Guardian erzählen drei Paare von ihren Erfahrungen


Carole Henderson war gerade erst 40 Jahre alt als ihr Partner infolge einer Krebserkrankung starb. Der Verlust schmerzte sie sehr. Doch auch die Unsicherheit der Freunde, die Plattitüden, die sie ihr gegenüber äußerten, taten ihr weh. 18 Monate nach dem Tod ihres Partners wollte sie nicht mehr allein sein. Sie sehnte sich nach einem neuen Partner. Diesen zu finden war gar nicht so einfach. Doch dann traf sie Ian. Sie verliebten sich ineinander und heirateten. Ian war zu Beginn der Beziehung unsicher. In Carols Wohnung hingen Fotos von Kevin, Carols verstorbenem Partner. Er fühlte sich wie ein Konkurrent. Außerdem hatte Carol eine enge Beziehung zu Kevins Familie. Wie würde sie auf ihn als neuen Partner reagieren? Wie sich herausstellte, war die Familie von Kevin glücklich, Carole wieder lachen zu sehen. Doch vor allem halfen ihm die Gespräche mit Carole. Kein Thema war tabu, sie sprachen viel über die Vergangenheit. Heute ist Ian Kevin sehr dankbar, denn er hat Carole zu der Person gemacht hatte, in die er sich verliebt hat.

So leicht wie bei Carole und Ian läuft es nicht immer. Der neue Partner von Joanna empfindet den verstorbenen Partner noch häufig als Konkurrent. "Ich liebe meinen neuen Partner Colin sehr", sagt Joanna, "Man kann die Beziehungen nicht miteinander vergleichen, weil die Männer ganz verschieden sind." Doch besuchen möchte Colin Joannas alte Schwiegerfamilie nicht. Auch das Haus, in dem sie mit ihrem verstorbenen Partner lebte, meidet er. Menschen haben eine Vergangenheit, sie lässt sich nicht auslöschen und so arbeiten Colin und Joanne weiter daran, sie zu respektieren.

Für Thomas Dowds and Moira Stockman war es noch einmal anders, weil Beide zuvor ihren Partner verloren hatten. "Als meine Frau verstarb", erzählt Thomas, "dachte ich, ich würde mich nie wieder verlieben. Ich hatte solch eine Angst, nochmals einen geliebten Menschen zu verlieren." Doch als er Moira traf, fühlte es sich einfach richtig an. Sie hatten so viel gemeinsam. Jeder hatte zwei Kinder aus erster Ehe. Obwohl diese gut miteinander zurechtkamen, brauchte es viele Gespräche bis sie den neuen Teil der Familie akzeptieren konnten. "Heute", sagt Thomas, "fühlt es sich so an als hätten wir aus zwei zerbrochenen Familien eine Ganze gemacht."

Den Originalartikel finden Sie unter:

www.theguardian.com/lifeandstyle/2019/apr/22/you-can-love-more-than-one-person-in-your-lifetime-dating-after-a-partners-death