Startseite |   Meldungen   |   Die Toten auf Facebook


13.05.2019

Die Toten auf Facebook

Was geschieht mit unserem digitalen Erbe?


Die Toten könnten Facebook übernehmen. Zu dem Schluss kamen Wissenschaftler der Oxford University in England. Edward C. Baig von USA Today stellt die interessante Studie vor. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass es innerhalb der nächsten 50 Jahre mehr Tote als lebende Teilnehmer auf Facebook geben könnte.

"Unsere Daten werfen die Fragen auf, wer langfristig die Rechte an den persönlichen Inhalten hat", sagt Doktorand Carl Öhman, "und wie ein verantwortungsvoller Umgang durch zukünftige Generationen damit aussehen kann." Wertet man die Daten von 2018 aus, so würden 1,4 Milliarden Facebook-Nutzer vor dem Jahr 2100 sterben, was heißt, dass es 2070 mehr Tote als lebende Teilnehmer geben würde. "Da jeder von uns eines Tages sterben wird, betrifft es die Nutzer aller sozialer Medien, wie mit ihrem digitalen Nachlass umgegangen wird", erklärt Öhman.

Bei der Betrachtung der oben gestellten Fragen, geht es jedoch um mehr als eine individuelle Entscheidung. Denn die digitalen Daten könnten ebenso wie Briefe oder Bücher zukünftigen Generationen dazu dienen, die Vergangenheit zu verstehen. Doch wie lässt sich die Privatsphäre über den Tod hinaus schützen? Und wie wird Facebook mit der enormen Menge an "toter" Daten zukünftig umgehen? Denn letztlich handelt es sich um einen Konzern, dem es um Gewinne geht. Geld verdient er aber nur an den Lebenden, denn nur diese sind für seine Werbung empfänglich. Öhman und seine Kollegen wünschen sich einen breiten Diskurs rund um das Thema, da es um mehr geht als ein Phänomen der High-Tech Branche.

Den Originalartikel finden Sie unter:
eu.usatoday.com/story/tech/2019/04/26/facebook-afterlife-dead-overtake-living-social-media/3574588002