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17.06.2019

Trauerphasenmodelle endlich zu Grabe tragen

Überholte Annahmen können sogar schaden


Nicht-wahrhaben-wollen. Aggression. Verhandeln. Depression. Akzeptanz. Die Idee, dass Menschen bei der Verarbeitung eines Verlustes verschiedene Phasen durchlaufen, ist weltbekannt. Elisabeth Kübler-Ross ein Name, der eng mit der Idee der Trauerphasen verbunden ist. 1969 erschien ihr Buch "On Death and Dying". Darin beschreibt sie ihre Erfahrungen, die sie im Umgang mit Sterbenden gemacht hat.

Sie hat diese Erfahrungen aber nie systematisch analysiert. Es ist eine Sammlung von Interviews mit totkranken Menschen. So sagt auch Dr. Christopher Labos von der McGill University: "Es sind Einzelfallbeschreibungen." Sie eignen sich nicht zur Verallgemeinerung. So gibt es bis heute auch keine ernstzunehmende Studie, die diese phasenhafte Verarbeitung bestätigt hat. Ganz im Gegenteil, viele Studien belegen, dass die Vorstellung bei Betroffenen Schaden anrichten kann.

Aus diesem Grunde schlägt die Autorin des unten verlinkten Artikels, Ada McVean, vor, die Phasenmodelle endlich zu Grabe zu tragen. Denn mittlerweile wurden neue Modelle (z.B. das Duale Prozessmodell) entwickelt. Sie zeichnen ein realistischeres Bild davon, wie die Verlustverarbeitung funktioniert. Zudem wurde ihre hohe Aussagekraft in vielen Studien bestätigt. Dennoch gilt es im Kopf zu behalten, dass die Trauerreaktionen und die Trauerprozesse individuell sehr verschieden sind. Doch all diese Wege sind völlig normal und in Ordnung!

Den Originalartikel finden Sie unter:
www.mcgill.ca/oss/article/health-history/its-time-let-five-stages-grief-die