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19.06.2019

Trauer als Verbündeten statt als Gegner

Psychotherapeut schlägt anderen Umgang vor


Der Psychotherapeut Philip Chart, schreibt in einem Artikel im Portal shepherdexpress.com, dass er es irrsinnig findet, wenn Trauernden gesagt wird, dass die Zeit schon alle Wunden heilen wird. Denn das ist häufig nicht der Fall.

Anhand eines Beispiels berichtet er: Margaret hat ihren Mann verloren. Er war die Liebe ihres Lebens und bis zu seinem Tod hatte sie keinerlei Erfahrungen im Umgang mit Verlustsituationen oder ernsthaften Krisen. Und so sagt sie heute: "Selbst nach drei Jahren wache ich morgens auf und kann es kaum fassen, dass mein Mann tot ist. Wird das denn immer so bleiben?"

Das ist nicht nur für Freunde, sondern vor allem auch für Psychotherapeuten eine Frage, die schwer zu beantworten ist. "Ich weiß es nicht", sagte ihr Chart, "doch gemeinsam können wir es herausfinden." Aus dieser ehrlichen Antwort schöpfte Margaret Hoffnung. Sie gab es auf, ihre Trauer alleine verarbeiten zu wollen, denn manchmal stellt das einfach eine Überforderung für Betroffene dar. Zusammen mit Chart geht sie jetzt einen neuen Weg. Er bringt ihr bei, sich nicht gegen die Trauer zu wehren, sondern sie mit gezielten Strategien (z.B. Tagebuch führen) in den Blick zu nehmen, auf sie zu achten, Erholungspausen einzuplanen und sich von Freunden bzw. der Familie unterstützen zu lassen. Im besten Falle wird so aus der Trauer ein freundlicher Weggefährte.

Die Fähigkeit, Verluste verkraften zu können, ist in allen Menschen biologisch angelegt. Manchmal dauert es eine Weile, bis Betroffene ihren eignen Weg im Umgang mit einem Verlust finden. Ebenso wie Margaret können uns Verluste verändern, doch wir werden es schaffen, sie zu verarbeiten.

Den Originalartikel finden Sie unter:
shepherdexpress.com/advice/out-of-my-mind/grief-can-be-an-ally-not-an-adversary/