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02.09.2019

Eine Heirat und die Party des Jahres im Angesicht des Todes

Bericht von USA Today zur Sterbehilfe im Rahmen des "Death with Dignity Act"


Der Journalist Gene Johnson berichtet bei USA Today über.Robert Fuller, der an Krebs leidet. Die Erkrankung ist aggressiv. Die Chemo schlägt nicht an. Statt die Erkrankung mit anderen Mitteln zu bekämpfen, entscheidet sich Fuller dafür, den Washingtoner "Death with Dignity Act" für sich in Anspruch zu nehmen und selbstbestimmt zu sterben. "Warum soll ich leiden?", fragt er. Am 10. Mai, legt Fuller fest, möchte er sterben. "Diese Entscheidung gibt mir inneren Frieden."

Am 10. Mai steht Fuller auf, zieht sein blaues Hawaii-Shirt an und heiratet seinen Partner, mit dem er im Altenheim zusammenlebt. Dann greift er zu seinem Gehstock und bewegt sich langsam in Richtung Aufenthaltsraum. Hier warten schon Freunde, Gemeindemitglieder und Angehörige, um mit ihm zu feiern. Ein Gospel-Chor singt. Ein Dichter trägt eines seiner Gedichte vor. Viele Menschen, die er im Laufe seines Lebens kennengelernt hat, möchten in den letzten Stunden seines Lebens bei ihm sein.

Sein 75-jähriges Leben hatte viele Höhen und Tiefen. Doch schon sehr früh kam der einstige Krankenpfleger zu dem Entschluss, dass er selbstbestimmt sterben möchte, wenn er schwer erkranken würde. Als dies tatsächlich geschah und er diesen Entschluss endgültig fasste, unterstützte ihn auch seine Kirche. Fuller war Katholik und die Kirche lehnt die ärztlich assistierte Sterbehilfe grundsätzlich ab. Doch sie akzeptierten Fullers Entscheidung.

Als es am Abend des 10. Mai Zeit wird, klopf Fuller mit seinem Stock an die Decke. "In einer guten Stunde werde ich Euch verlassen", sagt er. Jemand schluchzt. Fuller wendet sich voller Zuneigung an die Person. "Ich bin bereit zu sterben", sagt er, "ich bin müde."

Im Kreise seiner Freunde nimmt er den tödlichen Drogen-Cocktail, gemixt mit seinem geliebten Kaluha-Likör, zu sich. Für ihn stand die Entscheidung, die er getroffen hatte, nie in Frage.

Den Originalartikel finden Sie unter:

usatoday.com/story/news/nation/2019/08/26/robert-fuller-uses-death-dignity-act-has-party-marriage-first/2119189001