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30.10.2019

"Wir müssen über Trauer am Arbeitsplatz sprechen"

Studie der "Irish Hospice Foundation"


Es ist bald sieben Jahre her, dass die Mutter von June Shannon starb. Auch nach dieser Zeit kann sich die Autorin eines bei "The Irish Timers" erschienenen Artikels noch sehr gut an den ersten Tag erinnern, an dem sie nach dem Tod ihrer Mutter wieder arbeiten ging. Es fühlte sich so an als würde für alle anderen das Leben weitergehen, nur für sie stand es still.

In einer Studie der Irish Hospice Foundation zum Thema "Trauer am Arbeitsplatz" zeigte sich, dass in den letzten fünf Jahren einer von vier Erwachsenen in Irland einen Verlust erlitten hat. Jedoch nur 31 Prozent der Betroffenen fühlten sich von ihrem Arbeitsgeber in dieser Situation angemessen betreut.

Die meisten der 1.000 Befragten wünschten sich von einem Arbeitgeber Mitgefühl (75 Prozent), aber auch einige freie Tage zusätzlich (61 Prozent) und mehr Flexibilität, was den Inhalt ihrer Arbeit und den Arbeitsort anbelangt (57 Prozent).

"Trauer kann man nicht ablegen, nur weil man zur Arbeit geht", so die Aussage der Irish Hospice Foundation, "viele Vorgesetzte und Kollegen sich unsicher, wenn es um trauernde Kollegen geht, sie möchten diese gerne unterstützen, wissen aber häufig nicht, was sie tun sollen."

"Versuchen sie sich in ihre Lage zu versetzen", meint Breffni McGuinness, Fortbilder im Bereich Trauer- und Sterbebegleitung der Irish Hospice Foundation, "und wenn sie nicht wissen, was sie sagen sollen, dann sagen sie, es tut mir leid, ich bin gerade sprachlos, aber ich möchte Dir gerne helfen."

Arbeitgeber und Führungskräfte müssen nicht auf alles eine Antwort haben, doch sie sollten den Betroffenen zuhören und mit ihnen gemeinsam entscheiden, was das Beste für sie ist. Denn es gibt keine genormten Trauerprozesse, es ist nicht unnormal, dass einige Menschen zwei Jahre brauchen, bis sie in ihrem neuen Leben angekommen sind.

Die Studie zeigt auch, dass die Betroffenen häufiger fehlen, schneller an Kündigung denken, ihren Frust mit Kollegen teilen, wenn sie nicht angemessen unterstützt werden. So reichten immerhin 24 Prozent der Befragten wegen fehlender Unterstützung ihre Kündigung ein. Umgekehrt ist es ein Gewinn für ein Unternehmen, wenn es sich auf die Betroffenen einstellt und sie individuell unterstützt.

"Wenn ein Mensch einen Verlust erleidet, hört sich für ihn die Welt auf zu drehen", sagt McGuiness, "lernen wir doch endlich wieder, menschlich miteinander umzugehen."

Den vollständigen Originalartikel finden Sie unter:

https://www.irishtimes.com/life-and-style/health-family/we-need-to-talk-about-grief-at-work-1.4045216