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14.01.2020

Es ist merkwürdig, um jemanden zu trauern, der noch lebt

Diagnose Alzheimer


Die Mutter von Ciara Jordan, einer Autorin eines Artikels auf der Webseite www.irishtimes.com, leidet an Alzheimer. Als Ciara im letzten Jahr heiratete war sie dabei, verstand aber nicht, was vor sich ging. Wenn Ciara ihr erzählt, was sie am Tag erlebt hat, lächelt sie wie ein Kind, sagt aber nichts, denn sie versteht nicht wirklich, wovon ihre Tochter berichtet.

Jordan trauert um den Verlust ihrer Mutter. Doch das fühlt sich sehr merkwürdig an. So als hätte sie kein Recht zu trauern, denn ihre Mutter lebt ja noch. Sie kann mit ihr sprechen, sie sehen, anfassen, riechen. Und doch ist die Person, die vor ihr sitzt, eine ganz andere.

Vor fünf Jahren erhielt ihre Mutter die Diagnose Alzheimer. Im ersten Jahr litten sie gemeinsam. Im zweiten Jahr veränderte sich ihre Mutter sehr, im dritten Jahr war sie nicht mehr wiederzuerkennen. Vom vierten und nun fünften Jahr möchte Ciara gar nicht erst sprechen. Es gibt kaum noch Momente, in denen sich das alte Selbst ihrer Mutter zeigt. Mittlerweile wohnt diese in einer Wohngemeinschaft für Alzheimer Erkrankte. Es gefällt ihr dort.

Jede Veränderung erlebt Jordan als schmerzlich. Die Belastungen scheinen kein Ende zu haben, der Tod steht erst noch bevor. Es ist eine Trauer, die sich vor allem am Kontakt mit der erkrankten Person entzündet. Ein schmerzlicher Tanz für viele Angehörige, die trotz allem die Nähe zur erkrankten Person suchen, diese aber dennoch häufig als leidvoll erfahren.

Mehr dazu finden Sie in dem Originalartikel unter::

www.irishtimes.com/life-and-style/health-family/alzheimer-s-it-is-an-odd-thing-to-grieve-for-someone-who-is-still-alive-1.4104442