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16.01.2020

Was können Eltern tun, wenn das Idol des Kindes stirbt?

Beziehung wird oft unterschätzt


Der Sohn von Kelly Glass, der Autorin eines bei der New York Times erschienenen Artikels, ist 15 Jahre alt. Als im Juni 2019 der YouTube-Star Etika und kurz danach die junge Schauspielerin Cameron Boyce sterben, ist der Sohn überrascht: "Ich wusste gar nicht, dass auch junge Menschen sterben?" Er war ein Fan der beiden Toten.

Glass gesteht, dass sie nicht wirklich wusste, wie sie mit der Situation umgehen sollte. Vor allem aber wollte sie nichts Falsches sagen.

Als im Dezember dann der Rapper Juice WLRD stirbt, holt sie sich professionelle Hilfe. Denn dieser Verlust trifft ihren Sohn schwer. Der Rapper war sein Idol. Er liebte seine Musik.

"Wenn Kinder Verluste erleiden, versuchen Erwachsene häufig alles, damit es ihnen wieder besser geht", erklärt Jana DeCristofaro vom Dougy Center für trauernde Kinder und Familien. "Doch dieses Verhalten zeigt den Kindern, dass sich die Erwachsenen unwohl mit der Trauer der Kinder fühlen." Sie werden diese dann entsprechend nicht mehr offen zeigen. Damit ist fraglich, ob ein solches Verhalten der Erwachsenen hilfreich ist.

Die Beziehung von Teenagern zu ihren Idolen wird vielfach unterschätzt. Über die sozialen Medien fühlen sich Teenager häufig eng mit ihren Idolen verbunden, folgen ihnen z.B. auf Instagram oder Twitter. Aus diesem Grunde kann sie der Tod ihres Idols schwer treffen.

In solchen Situationen ist es wichtig, die Trauer mit dem Kind gemeinsam auszuhalten, nicht zu beschwichtigen, sondern alle Gedanken, Gefühle so sein zu lassen, wie sie gerade erlebt werden. "Was kann ich für Dich tun?" könnte in solchen Momenten eine passende Frage sein. Auch das Bekunden von Interesse an der verstorbenen Person ist für den Austausch zwischen Erwachsenen und Teenagern förderlich. Entsprechende Fragen könnten sein: "Möchtest Du mir von ihr erzählen?" oder "Wollen wir gemeinsam ein Lied von ihr hören?"

Sollte ein Idol an einer Überdosis Drogen gestorben sein, bieten sich auch in diesem Falle offene Fragen an, wie z.B. "Weißt Du, wie sie gestorben ist, möchtest Du darüber reden?" Eltern können auch danach fragen, was die Freunde über das Thema Drogen denken. Keinesfalls aber sollten Erwachsene belehrend auftreten. Das kann Widerstand hervorrufen. Hilfreicher ist es, wenn sie unvoreingenommen zuhören.

Mehr dazu finden Sie in dem Originalartikel unter::

www.nytimes.com/2019/12/16/well/family/teenagers-grief-celebrities-juice-wrld.html