Startseite |   Meldungen   |   Trauernde Geschwister - die "vergessenen" Hinterbliebenen


20.03.2020

Trauernde Geschwister - die "vergessenen" Hinterbliebenen

Ihr Leid wird oft kaum gesehen


Menschen bilden Verlusthierarchien, wenn eine Person stirbt. Das heißt, sie überlegen sich, wer wohl mehr und wer wohl weniger unter dem Verlust leidet. Dies ist grundsätzlich normal, doch es führt auch dazu, dass einige Hinterbliebene zu wenig bzw. gar keine Beachtung erfahren.

Stirbt ein Kind, das Geschwister hat, unterstützt das soziale Umfeld überwiegend die Eltern, nach dem Befinden der hinterbliebenen Geschwisterkinder wird seltener oder auch gar nicht gefragt. Deshalb gelten sie als die "vergessenen" Trauernden. Ihr Leid wird kaum gesehen. Das weiß auch die Psychologin Heidi Horsley, Mitbegründerin der Open to Hope Foundation. Sie tritt für die Belange dieser Gruppe von Betroffenen ein. So erklärt sie, dass beispielsweise Geschwisterkinder häufig denken, sie müssten jetzt stark sein, weil ihre Eltern so sehr leiden. So tritt ihr Leid aber in den Hintergrund. Älteren Erwachsenen wiederum fällt häufig die Aufgabe zu, sich um die Bestattungsangelegenheiten und/oder den Nachlass zu kümmern. Das kann sie zusätzlich belasten.

Häufig sprechen die betroffenen Geschwister auch innerhalb der Familie nicht über ihren Verlust, weil sie meinen, sie würden die anderen Familienmitglieder dadurch nur zusätzlich belasten. Auch wenn dieses Verhalten auf den ersten Blick nachvollziehbar ist, erzielt es die gegenteilige Wirkung. Werden Verluste jedoch innerhalb von Familien thematisiert, kann dies für alle Beteiligten entlastend wirken und für die Geschwister ein Weg sein, über die eigenen Gedanken und Gefühle zu sprechen.

Am 4. April 2020 feiern wieder weltweit Menschen den Tag der Geschwister, im Englischen auch "Sibling Day" genannt. Das ist ein Anlass, um die "vergessenen" Hinterbliebenen sichtbar zu machen.

Alles Weitere finden Sie in dem Originalartikel unter:

https://www.centralmaine.com/2020/03/10/maine-voices-in-times-of-grief-brothers-and-sisters-are-often-forgotten