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07.07.2020

USA: Kollektive Trauer fehlt in Zeiten der COVID-19-Pandemie

Kritische Anmerkungen einer Journalistin


Rachel Hunter, Autorin des hier wiedergegebenen Artikels, bittet die Leser der StarTribune sich vorzustellen, wie es wäre, wenn die Menschen in den USA erleben würden, dass innerhalb weniger Monate mehrere Flugzeuge mit zahlreichen US-amerikanischen Passagieren an Bord abstürzten. Laut Experten würde das die gesamte Bevölkerung in den USA sehr erschüttern. Doch genau das passiert derzeit in den USA. Mit dem Unterschied, dass die Menschen nicht durch einen Flugzeugabsturz ums Leben kommen, sondern lautlos in Quarantäne an COVID-19 sterben.

Auch Bestattungen finden leise und in nur sehr kleinem Umfang statt. Politische Ambitionen, kollektiv der Verstorbenen zu gedenken wie etwa nach dem Hurrikan Katrina, sind nicht zu erkennen. Der Präsident übernimmt keine Führung, um der Kritik an seiner Person zu entgehen.

In Italien, China oder auch Großbritannien fanden landesweit Schweigeminuten im Gedenken an all die Verstorbenen statt. Doch in den USA debattiert man stattdessen darüber, wann die Beschränkungen weiter gelockert werden können. Die Pandemie hat den Umgang mit der Trauer schon jetzt verändert. Gesundheitsexperten haben große Sorge, dass die aktuellen Todesumstände zu einer erhöhten Anzahl schwieriger Trauerverläufe führen wird.

In den Medien wird nur gelegentlich über prominente Einzelschicksale berichtet. Die zahlreichen tragischen Verluste der unterprivilegierten Bevölkerung finden kaum Erwähnung. Für ein Land, welches so große geografische und ethnische Unterschiede aufweist, wäre ein Moment kollektiver Trauer ein wichtiges Zeichen, um die Menschen zu einen, erklärt Prof. McElya von der University Connecticut. In dem Moment könnten sich alle der zahlreichen Verluste bewusst werden und einander stützen. "Wir sind ein weites Land, doch es gibt immer etwas, was uns eint. Im Moment sind es unsere Verluste", so McElya.

Mehr dazu finden Sie in dem Originalartikel unter:

https://www.startribune.com/lack-of-collective-mourning-shows-way-pandemic-has-altered-grief/571524112/?refresh=true&MvBriefArticleId=10401