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12.10.2020

Kindesverlust: Wie man besser darauf reagiert

Experten und Betroffene geben Hinweise


Chrissy Teigen und ihr Mann John Legend sind Eltern zweier Kinder. In den letzten Wochen erfuhr man über die sozialen Medien viel von Teigens dritter Schwangerschaft. Auf Instagram teilte Teigen dann schwarz-weiß Bilder, die sie und ihren Mann aufgelöst zeigten, denn Jack, das dritte Kind des Paares, starb kurz nach der Geburt. "Wir sind völlig geschockt", schreibt Teigen, "einen solchen Schmerz haben wir noch nie zuvor gefühlt." Sie ergänzt: „"Jack, es tut mir so leid, dass Deine ersten Momente im Leben so schwer waren und wir nichts gegen Dein Sterben tun konnten. Wir werden Dich immer lieben."

Der emotionale Post des Paares verbreitete sich schnell in den sozialen Medien. Teigen und ihr Mann erhielten viel Zuspruch. Doch nicht alle Reaktionen waren positiv, wie Allyson Chiu, die Autorin eines Artikels der Washington Post, berichtet. Einige Personen griffen Teigen für das öffentliche Teilen des Schmerzes an. Die kritischen Kommentare wiederum beobachteten Experten mit großer Sorge, denn Angriffe dieser Art können den Verlustschmerz bei den Betroffenen noch verstärken. Nicht selten werden die Auswirkungen von Fehlgeburten, Totgeburten und dem Kindesverlust kurz nach der Geburt unterschätzt. Dabei machen mehr Menschen eine solche Erfahrung als gemeinhin angenommen wird. "Nach der Geburt ohne Baby vom Krankenhaus nach Hause zu fahren, das fühlt sich völlig surreal an", beschreibt eine andere Mutter, die ähnliches wie Teigen und ihr Mann erlebt hat.

Doch was kann das soziale Umfeld, die Gesellschaft als Ganzes tun, um Betroffene zu unterstützen? Experten und Betroffene geben folgenden Hinweise.

  • Erkennen Sie den Verlust an. Vermeiden Sie Plattitüden.
  • Hören Sie zu. Nicht immer lassen sich die richtigen Worte finden, sehen Sie es als primäre Aufgabe an, zuzuhören.
  • Bieten Sie praktische Hilfe an, benennen Sie aber, was Sie wann konkret machen möchten.
  • Werden Sie aktiv. Warten Sie nicht, bis Betroffene sich bei Ihnen melden.
  • Respektieren Sie, wie Betroffene ihren Schmerz ausdrücken und welchen Weg sie bei der Anpassung an die neue Lebenssituation gehen. Es gibt kein "Richtig" oder "Falsch". Jeder geht seinen eigenen Weg.
Den Originalartikel finden Sie unter:
www.washingtonpost.com/lifestyle/wellness/baby-loss-chrissy-teigen-support/2020/10/01/4ca71760-03f4-11eb-897d-3a6201d6643f_story.html