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06.11.2020

Bestatter betreut über 1.000 Bestattungen pro Jahr

"Und das ist gar nicht so traurig wie viele denken!"


Das Magazin "Newsweek" berichtet auf seiner Webseite über den Bestatter Matt Morgan. Er ist 29 Jahre alt und durch Zufall Chef eines Bestattungsunternehmens namens Farewell geworden. Wenn er nach seinem Beruf gefragt, lügt er manchmal und sagt "Ich arbeite in einem Start-Up." Dann kommen keine Nachfragen. Doch oft genug stellt er sich den Nachfragen und spricht ganz offen über die Themen Sterben, Tod und Trauer. Er findet das wichtig, denn nur so finden die Themen einen ganz normalen Platz innerhalb der Gesellschaft.

Tatsächlich war Matt früher in verschiedenen Start-Ups tätig. Diese Erfahrungen halfen ihm und seinen Kollegen dabei, ein etwas anderes Bestattungsunternehmen aufzubauen. Zum einen war ihr Ziel, ganz die Wünsche der Sterbenden und Angehörigen umzusetzen, egal, wie ungewöhnlich sie auch erschienen. Zum anderen war es ihr Ziel, Bestattungen bezahlbar zu machen. Im Durchschnitt kostet eine Bestattung in den USA zwischen 6.000 und 10.000 Dollar. Matt und seine Kollegen führen eine Einäscherung schon für 1.300 Dollar durch. Dieser Preis ermöglichte beispielsweise einer Familie, die Reise nach Florida zu unternehmen und die Asche dort an einem für die Familie besonderen Ort zu verstreuen.

Matt Morgan hat ein junges Team um sich. Aber es war gar nicht einfach, junge Mitarbeiter zu finden, ist doch der Beruf des Bestatters wenig glamourös. Mittlerweile sind sie eingespieltes Team, das sich auch auf die Umstände rund um Covid-19 eingestellt hat. Mit über 1.200 Bestattungen hat allein die bloße Anzahl der Bestattungen in diesem Jahr enorm zugenommen. Doch Matt denkt weiterhin positiv über seinen Job. "All die Gespräche über den Tod haben mir gezeigt, was im Leben wirklich wichtig ist", sagt er und führt aus "Es sind die Beziehungen zu meiner Familie und meinen Freunden, denn das ist es, was am Ende des Lebens zählt." Dabei ist es seiner Meinung nach nicht wichtig, wie lange ein Mensch gelebt hat. Matt hat zusammen mit der Familie die Bestattung eines sechs Jahre alten Mädchen vorbereitet. Während der Trauerfeier hat er gespürt und erlebt, wie viel Freude das Kind in den sechs Jahren nicht nur der Familie, sondern so vielen anderen Menschen bereitet hat. Das hat ihn nachhaltig beeindruckt.

Im Januar wird Matt 30 Jahre alt. Seiner Meinung nach ein Zeitpunkt, an dem es sich lohnt, über das eigene Leben zu reflektieren. Interessanterweise hat er dabei festgestellt, dass die Beschäftigung mit Sterben, Tod und Trauer ihn so viel lebendiger hat werden lassen.

Den Originalartikel finden Sie unter:
www.newsweek.com/im-29-overseen-thousands-funerals-1542910