Startseite |   Meldungen   |   Deshalb sollten Betroffene über Fehl- oder Totgeburten sprechen


09.12.2020

Deshalb sollten Betroffene über Fehl- oder Totgeburten sprechen

Drei wichtige Gründe


Meghan Markle, die Herzogin von Sussex, hat in der New York Times über ihre Fehlgeburt berichtet. Auch das Supermodell Chrissy Teigen sprach öffentlich über die Totgeburt ihres Kindes. Die Autorin des hier wiedergegebenen Artikels, Clara Stillwater, weiß, was es heißt, eine Fehlgeburt zu erleiden. Sie verlor ihr zweites Kind in der achten Schwangerschaftswoche. Sie und ihr Partner hatten niemanden von der Schwangerschaft erzählt, denn in den ersten drei Monaten kommt es häufig, ungefähr bei einer von fünf Schwangeren, zu einer Fehlgeburt. Deshalb hat es sich bei vielen Menschen eingebürgert, dem sozialen Umfeld erst nach der 12 Schwangerschaftswoche von dem Baby zu berichten. Damit stehen aber viele Betroffene auch alleine da, wenn sie das Kind verlieren.

Clara Stillwater hat sich darüber gefreut, dass Meghan Markle und Chrissy Teigen öffentlich über ihre Verluste gesprochen haben. Sie meint, insbesondere über Fehl- und Totgeburten sollte mehr gesprochen werden. Dafür nennt sie drei Gründe:

  • Viele Frauen und Männer fühlen sich nach dem Verlust ihres Babys isoliert, als wären sie die einzigen, denen das passiert ist. Dabei sind Fehlgeburten häufig. Es ist wichtig darüber zu sprechen, damit die Betroffenen die Unterstützung erhalten, die sie sich wünschen und benötigen.
  • Ein Baby, das nicht betrauert wird, wurde zuvor auch nicht gefeiert. "Ich war traurig, dass ich niemanden in den acht Wochen meiner Schwangerschaft von dem Baby erzählt habe. So konnte sich niemand mit mir freuen", sagt Stillwater, "und später wurde seine Existenz nur mit seinem Tod in Verbindung gebracht."
  • Es ist auch für Schwangere wichtig, mehr über das Thema Fehlgeburten zu wissen. Dann sind sie besser darauf vorbereitet, falls sie diese Erfahrung machen.
Für Betroffene ist es nicht leicht, über die Erfahrung einer Fehlgeburt zu sprechen. Einigen wird sogar mit Schuldvorwürfen begegnet. Das ist besonders tragisch, denn Fehlgeburten werden durch ein Zusammenspiel vieler Faktoren verursacht, die sich der persönlichen Kontrolle entziehen. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene und Fachleute vermehrt über das Thema sprechen. Denn das kann irreführenden Vorstellungen vorbeugen und den trauernden Eltern helfen.

Den Originalartikel finden Sie unter:
https://thefederalist.com/2020/12/02/3-reasons-you-dont-need-to-keep-pregnancy-loss-a-secret/