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18.05.2021

Warum wir um Prominente trauern

Das sagen Psychologen dazu


Innerhalb von Gesellschaften gab es schon immer Menschen, die als prominent galten. Und schon immer sind auch diese Menschen gestorben. Doch warum, fragt Daryl Penny, die Autorin eines Artikels im Portal dbknews.com, trauern wir um Menschen, die wir nicht persönlich kennen?

"Grundsätzlich gesehen trauern Menschen um den Verlust einer Beziehung und die fehlende gemeinsame Zukunft", sagt Colleen Byrne, Professorin für Klinische Psychologie an der University von Maryland, "Fans trauern aber auch um den Verlust ihres Vorbildes. Und selbst wenn wir die Person nicht persönlich kennen, können wir darum trauern, was sie uns bedeutet hat."

So hat es auch Kristen Roberts, eine junge Psychologiestudentin, erlebt. Sie fühlte sich dem Musiker Mac Miller verbunden. "Ich liebte seine Ideen von Mitmenschlichkeit, Güte, aber auch seine Einstellung, dass wir das Leben genießen sollten." Als Miller starb, war sie untröstlich und fragte sich selbst, warum sie sein Tod so getroffen habe. "Ich glaube, ich verband ihn mit meiner Collegezeit, die war einfach so besonders für mich", erklärt sie, "doch ich hatte auch das Gefühl, nicht weinen zu dürfen, weil ich ihn ja gar nicht persönlich kannte."

Dylan Selterman, auch ein Professor für Psychologie, ist der Auffassung, dass Menschen Ideen von Vorbildern in ihr eigenes Lebenskonzept übernehmen. Aus diesem Grunde fühlen wir uns ihnen häufig verbunden. Auch aus diesem Grunde trauern wir um Prominente.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Trauer von Mensch zu Mensch, aber auch von Verlust zu Verlust, anders ausfallen kann. Noch wichtiger ist es allerdings, auch den Verlust eines Prominenten anzuerkennen und sich selbst nicht dafür zu verurteilen und zu schämen, wenn man trauert, denn die Trauer ist berechtigt.

Den Originalartikel finden Sie unter:

dbknews.com/2021/05/02/celebrity-grief-mac-miller-psychology