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24.08.2021

Nach einer Verlusterfahrung mit den Ängsten umgehen

Oft falsche Vorstellungen bei Betroffenen


Viele Menschen haben während der Corona-Pandemie Verluste erlitten (z.B. Angehörige, den Arbeitsplatz, das Eigenheim). Unter Lockdown-Bedingungen war die Verlustverarbeitung eine enorme Herausforderung. Doch selbst jetzt, nachdem sich die Restriktionen wieder gelockert haben, kostet es viel Energie.

"Das interessante ist", so die Therapeutin Claire Bidwell Smith in einem Text auf der Webseite von CNN, "dass die meisten Betroffenen meinen, sie würden es nicht richtig machen." Dabei gibt es kein Richtig und kein Falsch. Es wäre allerhöchstens hinderlich, gar nicht in den Trauerprozess einzusteigen.

Einige Betroffene sind auch überrascht von der Angst, die nach einer Verlusterfahrung auftreten kann. "70 Prozent meiner Klienten waren wegen einer Panikattacke schon einmal in der Notaufnahme", erzählt Bidwell Smith. Nachdem klar war, dass die Beschwerden keine körperliche Ursache haben, wenden sie sich häufig an sie.

Jessica DuLong von CNN hat mit der Therapeutin gesprochen. Sie erklärt, dass es die Verlusterfahrungen und der Trauerprozess selbst sind, die Menschen Angst machen können, weil sie sich zum Beispiel ihrer eigenen Sterblichkeit bewusst werden oder die Reaktionen, die sich nach dem Tod einer Bezugsperson zeigen, so heftig anfühlen.

Die Angst kann zu körperlichen Symptomen führen. "Da hilft es erst einmal", so die Therapeutin, "sich bewusst zu machen, dass die Angst mit der Verlusterfahrung zusammenhängt und auch zu den körperlichen Beschwerden führen kann." Zur Beruhigung kann es aber durchaus sinnvoll sein, zum Arzt zu gehen und eine körperliche Erkrankungen auszuschließen.

Laut der Therapeutin ist es darüber hinaus wichtig, sich mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen. Das können Menschen zum Beispiel für sich privat machen oder Einzel- bzw. Gruppenangebote wahrnehmen. Auch trauerspezifisch geschulte Fachkräfte können hilfreich sein, denn sie können Betroffene beruhigen. "Viele meinen, sie werden verrückt", so Claire Bidwell Smith, "dabei trauern sie."

Auch im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht abzuwerten wegen der Ängste oder anderer Trauerreaktionen können hilfreiche Ansätze sein. Betroffene sollten wissen, dass sie zu ihrem verstorbenen Angehörigen weiter eine Verbindung halten können, wie auch immer diese aussehen mag, zum Beispiel in Gedanken mit ihm sprechen.

Es gibt vieles, was die Gesellschaft über Trauerprozesse nicht weiß. Da aber alle Menschen im Laufe ihres Lebens davon betroffen sein werden, ist es positiv, sich mehr mit den Themen Sterben, Tod und Trauer zu beschäftigen. Denn das kann dabei helfen, wenn sie tatsächlich erleben, wie sich der Trauerprozess mit all seinen Reaktionen anfühlt.

Den Originalartikel finden Sie unter:

edition.cnn.com/2021/07/18/health/grief-anxiety-healing-loss-wellness/index.html