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12.10.2021

Was sind die richtigen Worte gegenüber Trauernden?

Amerikanische Trauerexpertin gibt Tipps


Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens Verluste. Sei es der Verlust eines Arbeitsplatzes, von körperlichen Fähigkeiten, Karrierechancen oder der Verlust einer Bezugsperson. Somit werden alle Menschen im Laufe ihres Lebens auch mit dem Thema Trauer in Berührung kommen.

Wie die Reaktionen auf den Verlust, aber auch der Trauerverlauf ausfallen, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Einige erleben diese Zeit als schmerzvoll und anstrengend, andere finden recht zügig wieder zu ihrem seelischen Gleichgewicht zurück.

Für Außenstehende ist es häufig nicht einfach, wenn sie erfahren, dass eine Person aus ihrem sozialen Umfeld einen Verlust erlitten hat. Häufig fragen sie sich, wie sie am besten darauf reagieren sollen. Was sind die richtigen Worte? Die Journalistin Taneasha White hat darüber mit Megan Devine, einer Trauerexpertin aus den USA, gesprochen.

"Es geht nicht darum, den Betroffenen dabei zu helfen, nicht mehr zu trauern", erklärt Devine, "und schon gar nicht geht es darum, etwas zu tun, damit sich Betroffene besser fühlen." Es geht darum, überhaupt etwas zu sagen. Alles ist besser als zu schweigen oder den Verlust oder gar die trauernde Person zu ignorieren. Häufig reicht es zu sagen, dass man selbst auch gar nicht weiß, was man sagen soll, weil man auch so traurig ist. Es geht also darum, offen und ehrlich zu sein. Manchmal fehlen Menschen die Worte und das ist in Ordnung. Devine bemerkt häufig, dass das soziale Umfeld Angst hat, Betroffene noch trauriger zu machen als sie ohnehin schon sind. "Das aber wird nicht passieren", sagt Devine. Die Erinnerungen an den Verlust sind immer und überall vorhanden, also ist es völlig in Ordnung, zum Beispiel den Namen der verstorbenen Person offen zu nennen. Menschen aus dem Umfeld können es nicht schlimmer machen, indem sie die Dinge beim Namen nennen.

Was Trauernde allerdings weniger positiv empfinden sind Aussagen wie zum Beispiel "Sie ist jetzt an einem besseren Ort" oder "Das wird schon alles seinen Sinn haben." Devine erklärt, dass diese Aussagen nur dazu dienen, die eigene Angst zu kontrollieren. Für Betroffene sind sie wenig hilfreich. Denn sie vermitteln ihnen das Gefühl, ihre Trauer wäre nicht in Ordnung.

Verlust und Trauer sind keine Probleme, die es zu lösen gilt. Es sind Erfahrungen, die Menschen während ihres Lebens machen und die sie am besten gemeinsam tragen.

Den Originalartikel finden Sie unter:

psychcentral.com/health/what-to-say-to-someone-grieving