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22.12.2021

Wie Trauernde die Feiertage besser überstehen können

Vier Ideen eines Trauerexperten


Bernadette Nally kauft die letzten Weihnachtsgeschenke ein. Als sie vor einem Turm aus Boxen mit antibakteriellen Wischtüchern steht, bricht sie ganz plötzlich in Tränen aus. "Sie haben mich an meine Cousine erinnert, die ich 15 Jahre lang betreut habe", erklärt sie, "Ich habe ihr immer diese Tücher mitbringen müssen. Dann ist sie im April 2020 im Krankhaus gestorben. Ich konnte mich nur über Facetime von ihr verabschieden. Sie haben mich nicht zu ihr gelassen. Das macht mich so unendlich traurig." Nally fällt es schwer, in der Weihnachtszeit die Erinnerungen abzuschütteln. Gerne würde sie, wie die Gesellschaft es fordert, dankbar und fröhlich sein, doch es gelingt ihr nicht.

Vielen Betroffenen geht es so wie ihr. Das ist nur allzu verständlich, denn der Verlust und all die Erinnerungen sind immer da, sie können nicht auf Knopfdruck abgestellt werden, nur weil Weihnachten ist. Und manchmal spüren Betroffene an den Feiertagen den Verlust besonders intensiv, weil ihnen mehr als sonst bewusst wird, dass die verstorbene Person fehlt. Wenn man es genau bedenkt, setzen sich Menschen, ob von einem Verlust betroffen oder nicht, ganz schön unter Druck für nur drei Tage im Jahr.

Die Autorin Meghan Rabbitt hat mit Trauerexperten gesprochen und stellt in dem hier beschriebenen Artikel des Portals health.com vier Ideen vor, die anderen Betroffenen dabei geholfen haben, die Feiertage zu überstehen.

Idee 1: Trauer ist die Kehrseite der Liebe

Menschen trauern nur um Dinge oder Menschen, die ihnen wichtig waren. So gesehen, ist es völlig verständlich jemanden, der verstorben ist, schmerzlich zu vermissen und traurig zu sein. Es ist etwas völlig Normales.

Idee 2: Erlaube Dir Weihnachten ausfallen zu lassen

Jede Gesellschaft hat bestimmte Vorstellungen davon, wie Weihnachten gefeiert und welche Verhaltensweisen und Gefühle gelebt werden sollten. Das heißt aber nicht, dass man diesen Vorstellungen auch folgen muss. So kann es hilfreich für Betroffene sein, wenn sie einen Plan A und einen Plan B entwerfen. Der Plan A sieht vor, Weihnachten mit leichten Abänderungen so wie bisher zu feiern. Für den Fall, dass dies jedoch unmöglich ist, gibt es Plan B. So können Betroffene statt Plan A einfach durchzuziehen, etwas tun, was ihnen angesichts ihrer Situation stimmiger erscheint, wie etwa sich etwas zu essen bestellen, Filme schauen und einfach nichts zu tun.

Idee 3: Frage Dich: "Habe ich heute schon genügend getrauert?"

Viele Betroffene wenden sich von ihrem Schmerz und den intensiven Gefühlen ab. Die Gesellschaft unterstützt ein solches Verhalten, weil Trauer die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft stört. Doch Trauern ist ein biologischer Prozess. Betroffene kommen nicht um ihn herum. Deshalb ist es ebenso wichtig, sich Zeit zum Trauern zu nehmen wie auch, sich Pausen von der Trauer zu gönnen.

Idee 4: Trauer betrifft alle Menschen. Lass Dich von anderen unterstützen.

Verluste sind Teil des menschlichen Lebens. Obwohl jeder Trauerprozess individuell ausfällt, verarbeiten Menschen Verluste besser, wenn sie in der Zeit von ihrem sozialen Umfeld unterstützt werden. Doch nicht jede Unterstützung wird als hilfreich empfunden. Such Dir Personen, die Dir Mitgefühl entgegenbringen und die Dich so unterstützen, wie Du es Dir wünschst.

Den Originalartikel finden Sie unter folgendem Link:

health.com/mind-body/grief-during-the-holidays