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30.08.2022

Krankenhausseelsorger reflektiert über seine Arbeit

Bewegende Posts über den Tod


J.S. Parks machte gerade ein Praktikum im Bereich der Seelsorge als in seiner ersten Schicht im Tampa General Hospital ein Mann wiederbelebt werden musste. Der Mann überlebte nicht und Park stand vor der Frage: Was kann ich sagen, um einer trauernden Familie im schlimmsten Moment ihres Lebens wirklich zu helfen?

Er stellte fest, dass "alles, was ich tun konnte, war, bei der Familie zu sitzen", sagte Park, 40, "Sie weinten und weinten und erzählten mir unter Tränen von seinem ganzen Leben. Und obwohl ich nur zuhörte, schien das genug zu sein. Kurz darauf bewarb ich mich für die einjährige Assistenzzeit." Seitdem ist das Tampa General Parks "Kirche", so Kait Hanson, die Autorin dieses im Portal www.today.com erschienenen Artikels.

"Ich sehe Schussverletzungen, Autounfälle, Brände, Stürze, Messerstechereien, Schlaganfälle, Herzstillstände", sagte Park, "Fast jeder Patient, den ich sehe, war jemand, der seinen Alltag lebte, und im Bruchteil einer Sekunde wurde sein Leben auf den Kopf gestellt." Der Krankenhausseelsorger nimmt das nicht auf die leichte Schulter. "Ich glaube, diese Erkenntnis hat mich gelehrt, im Moment zu leben und jeden Moment des Lebens wertzuschätzen", sagte Park. In bewegenden Posts teilt er seine Erfahrungen und hat über 85.000 Follower. "Ich bin immer wieder erstaunt, dass alles, was ich schreibe, Aufmerksamkeit erregt und angeklickt wird", sagte Park und fügte hinzu, dass 99 Prozent der Rückmeldungen, die er erhalten hat, positiv waren.

"Wenn ein Mensch trauert, fällt er sehr oft. Sie fallen in ein plötzlich entstehendes Vakuum des Verlustes, sie fallen in harte und überwältigende Emotionen, sie fallen in eine 'neue Normalität', sie fallen buchstäblich auf den Boden", erklärte Park. "Ich versuche sie aufzufangen. Nicht, um ihre Trauer aufzuhalten, sondern um sie auf ihrem Weg nach unten zu begleiten." So sieht er sich, er ist dazu da, Hinterbliebene "aufzufangen".

"Ein Familienmitglied sagte mir einmal nach dem Tod eines geliebten Menschen: 'Meine Welt ist stehen geblieben, aber die Welt geht einfach weiter.' Ich versuche also, einen Weg zu finden, die Welt anzuhalten, und sei es nur für einen Moment, damit die Hinterbliebenen einen Moment innehalten können, bevor sie sich wieder in die Hektik des Lebens stürzen. Ich verurteile nichts, was die Hinterbliebenen während dieser Pause tun. Schreien, umfallen, schaukeln, jammern, tanzen, ein Nickerchen machen, fluchen, manchmal sogar gegen eine Wand schlagen - das ist ihr Kummer. Eine Aufgabe, die ich als Seelsorger habe, ist es, eine Pause zu schaffen", erklärt er und schreibt einen Post darüber, wie er an einem Tag drei Hände hielt: die eines Babys, das starb, die einer erwachsenen Person, die den Tod ihres Ehepartners mit ansehen musste und die eines Teenagers, der ihn anflehte, dafür zu beten, dass er nicht sterben würde.

Den Originalartikel finden Sie unter:

www.today.com/health/health/hospital-chaplain-normalizes-grief-dying-viral-social-media-posts-rcna43885