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23.11.2022

Feier- und Gedenktage: Was kann das soziale Umfeld für Trauernde tun?

Niemanden alleine lassen


An Feier- und Gedenktagen kann der Tod einer Bezugsperson für die Hinterbliebenen schwerer wiegen als üblich. Viele Trauernde würden die Feiertage am liebsten ganz streichen. Das soziale Umfeld kann Betroffenen nicht den Kummer nehmen, aber es kann sensibel mit Trauernden umgehen, um ihren Schmerz nicht ungewollt zu verstärken. Laurie Taylor, die Direktorin des Grief and Loss Center of North Texas und Autorin des hier wiedergegebenen Artikels im Portal baptistnews.com, hat Wünsche von Betroffenen gesammelt und stellt einige Ideen vor.

Schicken Sie anstelle z.B. einer Weihnachtskarte eine "neutrale" Karte evtl. mit der Aufschrift "Denke an Dich". Schreiben Sie hinein, dass sie beispielsweise auch an die verstorbene Person denken oder sich an sie erinnern.

Denken Sie daran, dass es für die Angehörigen sehr schmerzhaft sein kann, wenn Sie ihnen ein Familienfoto in einer Karte schicken. Die Anwesenheit Ihrer intakten Familie vergrößert oft die Abwesenheit ihres Familienmitglieds.

Wenn Sie Hinterbliebene zu einer Festtagsveranstaltung einladen, setzen Sie sie nicht unter Druck, daran teilzunehmen. Es könnte einfach zu schwierig für sie sein. Haben Sie Verständnis, wenn sie (kurzfristig) ablehnen. Wenn sie früher als erwartet abreisen, sollten Sie verstehen, dass sie die Grenze des "unter Menschen seins" erreicht haben und sie nicht drängen, länger zu bleiben.

Wenn Trauernde die Feiertage als "normale Tage" betrachten möchten, sollten Sie verstehen, dass sie ihr Bestes tun, um diese Zeit des Jahres zu überstehen. Sie verleugnen den Verlust nicht oder trauern nicht zu sehr, sondern sorgen stattdessen gut für sich.

Wenn Betroffene sich dafür entscheiden, über die Feiertage wegzufahren oder eine neue Tradition beginnen möchten, sollten Sie ihre Entscheidung respektieren. Sie brauchen keinen zusätzlichen Stress durch wohlmeinende Freunde und Verwandte, die sich beleidigt fühlen oder sie zur Teilnahme an traditionellen Veranstaltungen drängen. Denken Sie daran, dass es hier um die Betroffenen geht, nicht um Sie.

Vertrauen Sie auf das, was Trauernde Ihnen sagen und was sie tun wollen. Setzen Sie sie nicht unter Druck, eine andere Entscheidung zu treffen oder ihnen zu sagen, was Sie an ihrer Stelle tun würden. Trauer ist wie ein Daumenabdruck. Sie ist bei jedem anders. Erlauben Sie ihnen, auf ihre eigene Art zu trauern. Trauernde allein wissen, was das Beste für sie ist.

Gedenken Sie der verstorbenen Person.

Geben Sie Betroffenen keine Ratschläge. Selbst gut gemeinte Ratschläge können verletzend sein und sogar als herablassend empfunden werden.

Schreiben Sie Trauernden immer wieder eine SMS oder E-Mail, um sie wissen zu lassen, dass Sie an sie denken. Wenn Sie einfach nur sagen: "Ich denke an Dich", wird das häufig dankbar aufgenommen.

Scheuen Sie sich nicht, den Namen des verstorbenen Menschen zu nennen. Sie werden Betroffene nicht traurig machen. Sie sind bereits traurig. Was sie am meisten schmerzt, ist, den Namen der verstorbenen Person nicht zu hören, als ob es sie nie gegeben hätte.

Anteilnahme auszudrücken bedarf nicht immer der Worte. Eine sanfte Umarmung oder eine Berührung an der Schulter sagt oft mehr aus, als Ihnen bewusst ist.

Feier- und Gedenktage können schmerzhaft für Betroffene sein. Nehmen Sie sich vor, etwas zu tun, um sie wissen zu lassen, dass sie nicht alleine sind. Lassen Sie sie einfach wissen, dass Sie sich auch erinnern.

Der Originalartikel findet sich unter:

baptistnews.com.