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20.12.2022

Die Feiertage: Ist dies eine Zeit der Freude oder eine Zeit des Kummers?

Konfliktstoff für trauernde Familien


Für Trauernde ist es häufig beides. Die Feiertage oder auch der Jahreswechsel können konfliktreich für trauernde Familien sein. Wir, Jane Harris and Jimmy Edmonds vom Good Grief Project (thegoodgriefproject.co.uk), möchten einige Gedanken mit Ihnen teilen und hoffen auf ein friedlicheres neues Jahr.

Vergeben heißt nicht vergessen

In den ersten Jahren nach einem Verlust kann es eine Zeit geben, in der die Trauer von einer gewissen Wut und Frustration gegenüber denjenigen durchdrungen ist, deren Leben ganz normal weiterläuft. Es ist schmerzlich, wenn man Weihnachtspost erhält, in der beispielsweise die verstorbene Person nicht erwähnt wird. Es ist nicht richtig, dass Freunde und Familie die verstorbene Person "vergessen". Aber Vielleicht können wir nachsichtiger sein? Haben wir es in der Vergangenheit aus Angst oder Unwissenheit eventuell nicht auch so gemacht? Der Verlust kann uns lehren, mitmenschlicher und toleranter zu werden - vielleicht mehr im Einklang mit dem Geist von Weihnachten.

Proaktiv trauern

Die Winterzeit mit ihren verschiedenen Ritualen, alten und modernen, religiösen und nicht religiösen, ist eine gute Zeit, um proaktiv über existentielle Themen nachzudenken. Beispielsweise darüber, dass Verluste Teil des Lebens sind, ebenso wie Liebe, Widerstandsfähigkeit und Dankbarkeit. Wenn wir Ersteres akzeptieren können, können wir Letzteres leichter lernen. Selbst posttraumatisches Wachstum ist möglich.

Wir sind nicht allein

Trauer ist ein Lernprozess. Viele Menschen erleben es als wertvoll, die Trauer mit anderen teilen zu und von ihren Erfahrungen lernen zu können. Es gibt so viele trauernde Menschen auf der Welt. Wir sollten offener sein, über eigene Verluste sprechen und den Schmerz mit anderen teilen.

Kollektive Trauer

Trauer ist keine rein persönliche Angelegenheit. Menschen trauern auch kollektiv. Nicht nur um eine Bezugsperson, sondern auch um universelle Verluste. Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Klimakatastrophe sind nur einige Beispiele dafür, dass Gemeinschaften zusammenkommen, um sich gegenseitig zu unterstützen, wenn Sicherheiten und Annahmen in Frage gestellt oder untergraben werden. Kollektive Trauer ist ein verbindendes Element für Gesellschaften. Trauernde wissen, dass ihre persönliche Trauer wichtig ist, sie die Toten jedoch nicht zurückbringt. Aber kollektive Trauer kann das „Heilmittel“ gegenüber den Kräften einer Gesellschaft sein, die versuchen, eine Gesellschaft zu spalten.