Lücken in der Trauerversorgung
Vielzahl von unerfüllten Bedürfnissen

In zahlreichen Ländern sehen Anbietende von Trauerangeboten, dass es eine Vielzahl von unerfüllten Bedürfnissen bei Hinterbliebenen gibt. Sie begegnen dieser Herausforderung auf vielfältige Weisen. So haben viele trauernde Familien weltweit keinen Zugang zu den in ihren lokalen Gemeinschaften verfügbaren Dienstleistungen und Unterstützungsangeboten. Das kann bei Betroffenen zu schwierigen Trauererfahrungen führen, wenn sie sich Unterstützung wünschen, diese jedoch nicht erhalten.
Hospize weltweit wenden sich häufig zu früh nach dem Tod eines Menschen an die Hinterbliebenen, während es in der weiteren Zeit danach an kontinuierlicher Kommunikation mangelt. Dabei ist langfristige Kommunikation wertvoll, da sich Emotionen und Bedürfnisse im Laufe der Zeit oft ändern. Wichtig für die Trauernden ist es, in ein System eingebunden zu sein, das eine langfristige Unterstützung und die Verbindung zu lokalen finanziellen, rechtlichen oder logistischen Ressourcen ermöglicht. „In vielen Fällen muss eine Familie ihre Angelegenheiten neu ordnen. Und irgendwann finden sich die Menschen dann in ihrem Leben wieder, wie auch immer das ohne diese Person aussehen mag“, so eine Trauerfachkraft aus Kanada.
Die Grundlage von Trauerversorgungsprogramme sollten Flexibilität, Zugänglichkeit, Mitgefühl und Respekt darstellen, um den sich wandelnden Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden. Weiterhin besteht ein wachsender Bedarf an kulturell angepassten Trauerangeboten sowie an Aufklärung darüber, wie Trauer das Gehirn und den Körper beeinflusst.
Wichtig ist es weiterhin, gesellschaftliche Orientierungshilfen für den Umgang mit Trauer zu entwickeln und ganz gezielt die Verbindung zur Gemeinschaft zu fördern.
Zu den wichtigsten Elementen der Trauerversorgung gehört neben engagierten Fachkräften auch der Zugang zu kontinuierlichen Schulungen, damit sich Fachkräfte neue Kenntnisse aneignen zu können. Doch auch der regelmäßige interdisziplinäre Austausch ist von Bedeutung, denn in der Trauerversorgung sind zahlreiche unterschiedliche Berufsgruppen tätig. Denn jede einzelne Fachkraft soll sich in ihrer Rolle unterstützt, geschätzt und mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet fühlen.
Den Originalartikel finden Sie unter:
https://hospicenews.com/2026/01/08/uncovering-international-gaps-in-bereavement-care/