Neue Studie zur Effektivität von Trauerangeboten

Menschen mit anhaltender Trauerstörung profitieren von Psychotherapie

Mensch mit Klemmbrett und Stift sitzt einer anderen Person gegenüber

Es gibt fundierte Belege dafür, dass Menschen mit anhaltender Trauerstörung (ATS) von Psychotherapie profitieren. Das berichten Forschende, die eine Übersichtsarbeit zur Effektivität von Trauerversorgungsangeboten durchgeführt haben. Die Autorin Sadie Harley und der Autor Andrew Zinin haben sich die Forschungsergebnisse angesehen.

Andere trauerspezifische Angebote wie etwa Selbsthilfegruppen, spirituelle Begleitung, Trauergruppen, Unterstützung durch Gleichbetroffene, Antidepressiva, wiesen laut den Forschenden nur eine geringe Wirksamkeit auf. Für die neue Studie analysierten die Forschenden Daten aus 169 klinischen Studien, in denen verschiedene Methoden zur Unterstützung von trauernden Menschen, untersucht wurden.

„Anhaltende Trauer, die in der Literatur zuvor auch als komplizierte Trauer bezeichnet wurde, ist durch intensive, anhaltende und beeinträchtigende Trauerreaktionen gekennzeichnet, die weitaus länger andauern, als es nach einem Trauerfall normalerweise zu erwarten ist“, schrieben die Forschenden. Von den untersuchten klinischen Studien bewerteten 76 Studien, inwieweit Psychotherapie Menschen beim Auftreten einer anhaltender Trauerstörung helfen kann. „In allen Studien fanden wir eine positive Wirkung auf die Symptome einer Trauerstörung“, heißt es in der Übersicht.

Die Beweise für die Effektivität für andere Trauerinterventionen wie auch Ansätze für Kinder sind begrenzt. „Wir haben immer noch nicht viele Daten darüber, wie wirksam Psychotherapie bei trauernden Kindern ist“, sagte eine Wissenschaftlerin. „Wir wissen auch nicht, wie wirksam Psychotherapie bei Klientinnen unterschiedlicher Kulturen ist. Wir brauchen viel mehr Forschung, um die Aspekte für eine wirksame Psychotherapie für trauernde Kinder sowie für verschiedene Kulturen zu identifizieren.“

Trauernde sollten gegenüber Psychotherapeutinnen ihre Wünsche und Ziele im Umgang mit der Trauer genau äußern. „Vielleicht müssen Sie weinen, und das ist in Ordnung. Vielleicht sind Sie wütend, und auch das ist in Ordnung“, sagte eine Wissenschaftlerin. „Teilen Sie Ihrer Therapeutin mit, was Sie brauchen und womit Sie zu kämpfen haben“, riet sie.

Den Originalartikel finden Sie unter:

https://medicalxpress.com/news/2026-02-grief-therapy-evidence.html

Der Fachartikel ist verfügbar unter:
https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/ANNALS-24-03679